EINRISSE DER KASCHIERFOLIE AN DEN SCHNEIDKANTEN
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Fehlerdefinition und Auswirkung:
Beim Beschnitt im Dreimesser-Automaten kommt es zu Einrissen in der Kaschierfolie im Kopf- und Fußbereich eines Broschurenrückens. Die Einrisse in der Folie sind jeweils am Übergang des Broschurenrückens zur beim Beschnitt unten liegenden Umschlagseite angeordnet und stellen eine optische Beeinträchtigung des Verkaufsgutes dar (Abb. 1).
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Abb. 1: Folieneinriss im Broschurenrücken.
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Mögliche Ursachen:
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Abb. 2: Folienriss mit Spaltung des darunterliegenden Kartons.
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Abb. 3: Folienriss mit Spaltung des darunterliegenden Kartons.
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Die Einrisse in den Kaschierfolien stehen in einem engen Zusammenhang mit Quetschfalten im Broschurenrücken, die durch zu hohen Anpressdruck während des Beschnitts hervorgerufen werden (siehe auch Kapitel: Faltenbildung im Rücken). Die Einrisse in der Kaschierfolie gehen häufig mit der Spaltung des darunterliegenden Kartons einher (Abb. 2 und Abb. 3). Das Einreißen der Kaschierfolie nimmt dabei im Schneidstapel von oben nach unten ab, d. h. der Folieneinriss ist beim obersten Exemplar in aller Regel gravierender als bei den weiter unten liegenden Exemplaren.
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Mögliche Abhilfen:
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In manchen Dreimesserautomaten kommen auch Rückenanpress-Stationen zum Einsatz, um dem Einreißen des Broschurenrückens – und damit auch der Kaschierfolie – entgegenzuwirken. Wenn keine Rückenanpress-Station vorhanden ist, sollte während des Dreiseiten-Beschnitts der durch die Anpressplatte aufgebrachte Druck optimal eingestellt sein. Der Pressdruck muss hoch genug sein, um einen guten Beschnitt zu gewährleisten, gleichzeitig aber auch niedrig genug, um Quetschfalten im Broschurenrücken vollständig zu vermeiden.
Einen Einfluss auf das Auftreten von Folieneinrissen hat neben dem Pressdruck die Höhe des Schneidstapels. Reduziert man die Anzahl der pro Beschnittvorgang zu schneidenden Broschuren, so verringert sich das Ausmaß der Folieneinrisse bzw. lässt es sich mitunter gänzlich vermeiden. Dies liegt daran, dass eine geringere Anzahl von Broschuren bei Belastung mit dem Pressdruck von der Pressplatte exakter gehalten werden kann und eine bessere Auflage des Schneidgutes gewährleistet ist.
Die Schärfe der Schneidmesser ist den entsprechenden Anforderungen des Schneidgutes genügend oft zu wechseln und sollte natürlich während des gesamten Arbeitsvorganges in etwa dem Zustand eines frisch geschliffenen Schneidmessers entsprechen.
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Beispiel(e):
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Bei vergleichenden Schneidversuchen in der FOGRA sollte der Einfluss des Messers auf Beschädigungen an der Schnittkante des Broschurenrückens festgestellt werden. Zunächst erfolgten dabei Schneidversuche an einem Planschneider mit einem „stumpfen" Messer. Der Broschurenrücken wurde jeweils an der linken Anlage angelegt, so dass die Anordnung dem Fußbeschnitt der Broschuren im Dreiseiten-Beschnitt entsprach. Eine spezielle Anpressplatte wurde an der Abdeckplatte des Planschneiders befestigt, um die Schneidgeometrie in Dreimesser-Automaten zu kopieren. Die Anpressplatte wies zum Broschurenrücken hin eine Abflachung zum Ausgleich der Steigung auf und war gegenüber der Schnittkante um 2 mm zurückversetzt. Es wurden jeweils Stapel mit 6, 4 und 2 Broschuren geschnitten und das Auftreten von Folieneinrissen visuell beurteilt. Bei diesen Versuchen traten Folienablösungen in der oberen Hälfte des Schneidstapels auf, wobei die Einrisse sowohl durch die Kaschierfolie als auch den Umschlagkarton hindurch verliefen.
Anschließend wurden die Versuche mit einem frisch geschliffenen Messer wiederholt. Folieneinrisse traten nur beim Schneiden von Stapeln mit 6 oder mehr Broschuren jeweils bei den obersten beiden Exemplaren auf. Beim Schneiden von weniger als 6 Broschuren waren keine Beschädigungen der Kaschierfolie erkennbar.
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Allgemeine Hinweise:
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Für den Reklamationsfall:
Beschädigte Muster sicherstellen.
Ergänzende Literatur:
KUEN, Th.; HUNDSDORFER, O.:
Anforderungen an die Glanzfolienkaschierung für Umschläge und Buchdecken.
Wiesbaden/München: Bundesverband Druck und Medien e.V. / FOGRA, 1998 (72.002) – Forschungsbericht
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Kontakt:
mueller@fogra.org
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Ein-AMue-200111 |