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Ein Plakat wurde 4/0-farbig auf einem glänzend gestrichenen Papier im Bogenoffsetverfahren gedruckt. Während des Auflagendruckes zeigte sich dabei innerhalb eines Stapels eine ständig wechselnde Druckwiedergabe. Nach einem Bogen mit einwandfreiem Ausdruck folgten drei Bogen mit deutlich zu geringer Farbdichte im Magenta. Ferner musste vor allem das Drucktuch des Magenta-Druckwerkes ungewöhnlich häufig gewaschen werden.
Nachdem alle Bemühungen des Druckers, einen zufriedenstellenden Ausdruck zu erzielen, vergeblich waren, blieb nur noch der Wechsel der Papiersorte. Nach dieser Maßnahme konnte die Auflage beanstandungslos produziert werden.
Zur Ursachenfindung wurden der FOGRA bedruckte Muster sowie ein Stapel des unbedruckten Auflagenpapiers übersandt.
Bei visueller Begutachtung des eingesandten Mustermaterials bestätigte sich, dass deutliche Farbtonverschiebungen des Hintergrundrasters im Rhythmus von 4 Bogen auftraten (Abb. 2).
Häufig werden derartige Farbtonveränderungen durch papier- oder drucktechnisch bedingtes Dublieren und/oder Schieben oder durch Passerdifferenzen hervorgerufen.
Nach einer makroskopischen Beurteilung der Drucke konnten diese Ursachen jedoch ausgeschlossen werden. Vielmehr wurde bei dieser Untersuchung im direkten Vergleich zwischen Bogen mit und ohne Farbtonverschiebung deutlich, dass es sich hierbei tatsächlich um unterschiedliche Farbschichtdicken bzw. Farbdichten im Magenta handelt.
Nachdem eine derartige, systematisch auftretende Fehlererscheinung nicht auf drucktechnisch- bzw. druckfarbenbedingte Ursachen zurückzuführen ist, lag die Vermutung nahe, dass es sich um ein papiertechnisches Problem – einen Querschneiderrhythmus – handelt.
Am unbedruckten Auflagenpapier erfolgten Wegschlagtests, Wischtests und Prüfungen hinsichtlich des Feuchtmittelabsorptionsverhaltens, die jedoch noch keinen Hinweis auf eine papierbedingte Ursache lieferten.
Erst beim Probedruck mit Vorfeuchtung zeigte sich ein stark unterschiedliches Verhalten des Papierstriches an hintereinanderfolgenden Bogen.
Bei diesem Test wird die Empfindlichkeit des Strichs gegenüber Feuchtmitteleinfluss geprüft, indem im Vorfeuchtaggregat des Probedruckgerätes der zu prüfende Papierstreifen mit Feuchtmittel benetzt und unmittelbar danach im 1. Druckwerk mit Rupftestfarbe bedruckt wird.
Die Ergebnisse dieser Tests zeigten – wie im Rhythmus des Auflagendruckes – eine Probe mit einwandfreier Farbübertragung, gefolgt von drei Proben mit starkem Rupfen des Striches im vorgefeuchteten Bereich. Das Strichrupfen hatte dementsprechend auch eine geringere Farbdeckung in diesen Bereichen zur Folge (Abb. 3).
Fazit:
Die Untersuchungen zeigten, dass die beanstandete Papierlieferung im 4er-Querschneiderrhythmus geschnitten wurde, bei dem jeweils eine Rolle einwandfreie Bedruckbarkeit und drei Rollen eine starke Empfindlichkeit des Papierstrichs gegenüber Feuchtmittel aufwiesen.
Durch die Zügigkeit der Druckfarbe wurden im 3. Druckwerk (Magenta) bei den Bogen mit höherer Feuchtmittelempfindlichkeit Strichpartikel herausgelöst, die demzufolge zu geringerer Farbdeckung führten. Dass dieser Effekt lediglich im dritten und nicht bereits im zweiten Druckwerk auftrat, lag an der spezifischen Reaktionsgeschwindigkeit der Strich-Feuchtmittelaufnahme. Die beim Auflagendruck beobachteten häufigen Waschintervalle waren durch das Aufbauen von Strichpartikeln auf dem Drucktuch zu erklären.
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Für den Reklamationsfall:
Druckausfallmuster sicherstellen.
Unbedruckte Papier- oder Kartonmuster und unbedruckte Vergleichsmuster sicherstellen. Es muss dabei - um einen Querschneiderrhythmus nachvollziehen zu können - gewährleistet sein, dass die Papiermuster auch im Stapel übereinandergelegen sind. Mindestmenge: 50 Bogen.
Produktionsdaten protokollieren.
Ergänzende Literatur:
Falter, K.-A.; Obst G.:
Dynamische und drucktechnische Eigenschaften von Offsetpapieren.
München: FOGRA, 1982 (4.205). - Forschungsbericht
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