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Aufschäler im Bogenoffset

Bei Aufschäler im Bogenoffset handelt es sich - meistens beim Bedrucken von Kartonsorten - um eine Schicht- bzw. Lagentrennung des Bedruckstoffes (Abb. 1). Durch Bewegungsvorgänge können sich die abgetrennten Lagen im Stapel aufrollen; es resultiert an dieser Stelle eine bis zu 15-fache partielle Verdickung des Bedruckstoffes. Beim Durchlauf durch die Druckmaschine führt dies zu Beschädigungen der Drucktücher, im Extremfall auch zu Beschädigungen des Druck- oder des Gegendruckzylinders. Im Zusammenhang mit dem Begriff Aufschäler können auch die Begriffe Aufroller oder Knautscher genannt werden.

Abbildungen (von links nach rechts)

Abb. 1: Vergrößerte Aufnahme eines Aufschälers.
Abb. 2: Aufschäler an der Schneidkante.
Abb. 3: Fehlstelle im Druck.
Abb. 4: Aufschäler am Verursacherbogen.
Abb. 5: Druckbogen mit Aufschäler nach dem Maschinendurchlauf.
Abb. 6: Fehlstelle im Druck aufgrund des durch Aufschäler beschädigten Drucktuchs.
Abb. 7: Deformierte Druckstelle auf dem Gummituch.
Abb. 8: Vergrößerte Darstellung der deformierten Druckstelle auf dem Gummituch.

        


Mögliche Ursachen

Häufig müssen in einer Druckerei die angelieferten Bogen auf ein kleineres Format geschnitten werden. Beim Einschieben des zu schneidenden Stapels in den Planschneider kann dabei der unterste Bogen an der Kante angestoßen werden oder an einer nicht korrekt platzierten Schneideleiste hängen bleiben. Dadurch kann eine Lagentrennung und in der Folge das Aufrollen der beschädigten Stelle auftreten (Abb. 2).

Beim Aufsetzen der Bogen in die Druckmaschine können insbesondere beim Handling dicker Lagen durch gegenseitiges Berühren der Schnittkanten die Vorder- oder Rückseite beschädigt werden. Es kommt zur partiellen Lagentrennung an der Kante und durch den Schiebevorgang der Lage auf den Stapel zum Aufrollen der beschädigten Stelle.

Durch Einschieben von Keilen für den Höhenausgleich des Stapels oder durch Einschieben des Schwertfühlers eines Feuchtigkeitsmessgerätes am Anlagestapel können die Kartonkanten partiell beschädigt werden und Aufroller entstehen.

In der Ausrüstung der Papierherstellung werden beim Formatschnitt die Papierrollen abgerollt. Es kann dabei vorkommen, dass die Lagen partiell miteinander verklebt sind und durch den Abrollvorgang kommt es dann bei der Lagentrennung zum Aufreißen der Oberfläche und zu Aufrollern.

Grundsätzlich vergrößert eine zu geringe Gefügefestigkeit des Bedruckstoffes die Gefahr der Aufschäler. Für die Gefügefestigkeit oder auch die sog. Spaltfestigkeit gibt es aus früheren Untersuchungen der Fogra einen empfohlenen Mindestwert für Umschlagmaterialien von 100 N. (Prüfung nach DIN 54516)


Mögliche Abhilfen

Es kann nur empfohlen werden, beim Anlegen von zu schneidenden Lagen in die Schneidemaschine, beim Aufsetzen der Lagen am Anlagestapel oder beim Einstecken von Schwertfühlern oder Keilen in den Stapel mit erhöhter Vorsicht zu arbeiten, um Beschädigungen zu vermeiden.

In der Schneidemaschine muss darauf geachtet werden, dass die Schneidekante nicht hervorsteht. Außerdem muss unbedingt mit Luftzufuhr am Schneidetisch gearbeitet werden, um ein besseres Gleiten des Stapels zu gewährleisten.


Beispiele

Beschädigung der Drucktücher durch Aufschäler - Ursache unbekannt:

Ein 350 g/m2 einseitig leinenstrukturierter Karton im Format 70 cm x 100 cm Breitbahn wurde in einer Druckerei auf das Format 50 cm x 70 cm geschnitten. Während des Drucks wurde in einer 4-farbigen Abbildung ein ca. 80 mm langer, diagonal verlaufender Streifen mit unzureichender Druckwiedergabe sichtbar (Abb. 3). In der Position des Streifens war eine dauerhafte Beschädigung aller 4 Drucktücher zu erkennen. Nach der Art der Beschädigungen zu schließen, konnte es sich nur um einen Aufschäler im Karton handeln. Der Ursprungsbogen konnte nach Durchsicht des Stapels ausfindig gemacht werden. Auf der Rückseite dieses Bogens befand sich der Aufschäler, der eine Gesamtdicke von 3 mm erreichte. Bei näherer Betrachtung zeigte sich, dass von der Greiferkante ausgehend der Karton sich auf einer Anfangsbreite von 50 mm spaltete und dann auf eine Gesamtbreite von 80 mm kissenförmig aufrollte (Abb. 4).

Die Überprüfung der Spaltfestigkeit an unbedruckten Mustern ergab einen Wert von 180 N; die Gefügefestigkeit wurde demnach als ausreichend hoch eingestuft. Letztendlich war es aber nicht mehr nachvollziehbar, bei welchem Schritt der Aufroller entstanden ist. Zwar begann der Aufschäler an der Greiferkante und verlief nach hinten, was auf einen Ursprung in der Druckerei schließen lässt, andererseits war der Beginn des Aufrollers an der Kante bereits relativ breit und hätte vor dem Formatschnitt somit schon bei der Papierherstellung aufgetreten sein können. Der Gesamtschaden wurde von der Druckerei und vom Kartonhersteller geteilt.


Aufschäler wegen nicht korrekt platzierter Schneideleiste:

Die vom Papierlieferanten gelieferten Bogen für den Druck eines Buchumschlages mussten in der Druckerei nochmals beschnitten werden. Dabei kam es - wie sich im Nachhinein herausstellte - aufgrund einer nicht korrekt platzierten Schneideleiste immer am untenliegenden Bogen an der linken Bogenseite zum Anstoßen der Bogenkanten. Dies führte zu Beschädigungen und zu kleinen Einrissen an diesen Stellen. Beim Abstapeln der Bogen haben sich dann Aufroller im Anlagestapel gebildet. Abb. 5 zeigt einen Bogen mit Aufroller nach dem Maschinendurchlauf. Dieser Bogen war letztendlich auch der Verursacherbogen für eine dauerhafte Beschädigung der Drucktücher. Abb. 6 zeigt, dass die Drucktücher an der Stelle des Aufrollers nicht mehr druckten. Die Drucktücher zeigten eine dauerhafte Beschädigung und mussten deshalb gewechselt werden (Abb. 7 und Abb. 8).


Allgemeine Hinweise

Für den Reklamationsfall

Verursacherbogen sicherstellen. Anhand der Position und der Form des Aufschälers können oftmals Rückschlüsse gezogen werden, ob der Aufschäler in der Papierherstellung oder beim Schneiden bzw. beim Aufsetzen aufgetreten ist. Befindet sich der Aufschäler an der Greiferkante und verläuft nach hinten, liegt die Vermutung nahe, dass der Aufschäler beim Aufsetzen in den Anlagestapel oder beim Zwischenschnitt in der Schneidemaschine entstanden ist. Befindet sich der Aufschäler an einer Seitenkante, könnte er beim Zwischenschnitt verursacht worden sein. Befindet sich der Aufschäler in der Bogenmitte, so ist hier ein Hinweis für die Papierherstellung als Ursprung. Die Form des Aufschälers ist ebenfalls entscheidend. Beginnt der Aufschäler mit einer schmalen Stelle, die sich nach hinten verbreitert, liegt die Vermutung nahe, dass er in der Druckerei oder am Schneidetisch entstanden ist. Hat der Aufschäler an einer Kante bereits eine gewisse Breite, könnte der Aufschäler durchgeschnitten worden sein und wäre praktisch schon vor dem Schneiden vorhanden gewesen. Dieser Umstand würde für eine Ursache in der Papierherstellung sprechen.

Unbedrucktes Auflagenpapier (bzw. -karton) und Vergleichspapiere (-kartons) sicherstellen für Spaltfestigkeitsprüfungen.


Ergänzende Literatur

PANTEL, G.:
Diagnose: Aufschäler.
In: Druckwelt 5, Mai 1998 (S. 68)

GISI, B.:
Bogenverletzung und die Folgen.
In: Druck & Medien Magazin, Jg. 1, Nr. 3/2000 (S. 50 - 51)

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