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Faseraufrauung - Fibre Lifting

Bei der Faseraufrauung handelt es sich um das Aufstellen von Fasern oder Faserbruchstücken an der Papieroberfläche nach der Heißlufttrocknung beim Heatset-Rollenoffsetdruck (Abb. 1, Abb. 2 und Abb. 3). Es resultieren daraus ein Glanzverlust und ein ungleichmäßiges Erscheinungsbild des Drucks. Dies führt zu optischen Beeinträchtigungen des Druckprodukts.

Abbildungen (von links nach rechts)

Abb. 1: Faseraufrauung.
Abb. 2: Faseraufrauung.
Abb. 3: Vergrößerter Ausschnitt einer Aufnahme von Faseraufrauung.
Abb. 4: Mehrzweckprobedruckgerät plus Online-Heißluftrocknung im Fogra-HOT.
Abb. 5: Probedruckstreifen mit Faseraufrauung unter Verwendung des Auflagenpapiers.
Abb. 6: Probedruckstreifen ohne Faseraufrauung unter Verwendung des Vergleichspapiers.

      


Mögliche Ursachen

Durch die explosionsartige Verdampfung des im Papier gebundenen Wassers bei der Heißlufttrocknung lösen sich schlecht gebundene Fasern oder Faserbruchstücke aus der Verankerung in der Papieroberfläche. Dies führt zur Erscheinung der Faseraufrauung.Der Faseraufrauung liegen entweder Probleme in der Trocknereinstellung bei der Heatset-Trockung oder papierbedingte Probleme zugrunde.

Trocknereinstellung:

Wenn in der Trockenstrecke die Heißlufttemperatur zu hoch eingestellt ist, vergrößert sich die Gefahr der Faseraufrauung. Durch zu hohe Temperatur steigt der Wasserdampfdruck im Papiergefüge und führt zum Ablösen der Fasern an der Papieroberfläche.

Papierbedingte Einflüsse:

Bei zu hoher Papierfeuchte ist der Mengenanteil an Wasser im Papier zu hoch. Dies führt zu übermäßiger Verdampfung des Wassers bei der Heißlufttrocknung und steigert somit die Gefahr der Faseraufrauung.

Insbesondere holzhaltige Papiere haben eine geringere Festigkeit bzw. auch Oberflächenfestigkeit gegenüber holzfreien Papieren. Die Gefahr der Faseraufrauung ist deshalb bei holzhaltigen Papieren größer.


Mögliche Abhilfen

Im Heatset-Rollenoffset ist darauf zu achten, dass die Temperatur im Trockner nicht zu hoch ist, da sonst Probleme, wie Faseraufrauung, Falzbrechen oder Blasenbildung auftreten.

Die Ausgangsfeuchte des Papiers sollte max. 45 % relative Feuchte nicht übersteigen.

Holzfreie Papiere haben bessere Festigkeitseigenschaften und neigen gegenüber holzhaltigen Papieren weniger zur Faseraufrauung.


Beispiele

Um den papierbedingten Einfluss auf eine Reklamation bezüglich Faseraufrauung zu prüfen, wurden das beanstandete Auflagenpapier und ein nicht beanstandetes Vergleichspapier zur Untersuchung eingesandt. Die Papiere wurden im Mehrzweckprobedruckgerät mit Heatset-Farbe bedruckt und anschließend im Labor-Heißlufttrockner Fogra-HOT unter definierten Bedingungen praxisnah getrocknet (Abb. 4).

Einstellungen im Heißlufttrockner:
Heißlufttemperatur in den 3 Kammern: 280 °C/ 240 °C/ 100 °C
Verweilzeit in der Trockenzone: 1 Sekunde
Oberflächentemperatur: 115 °C

Die Probedruckstreifen zeigten nach dem Test am beanstandeten Auflagenpapier eine deutliche Neigung zur Faseraufrauung (Abb. 5) und beim unter gleichen Bedingungen getesteten Vergleichspapier keine Faseraufrauung (Abb. 6).

Die Ausgangsfeuchten beider Papiersorten unterschieden sich nicht erheblich. Insgesamt wies also das beanstandete Auflagenpapier gegenüber dem Vergleichspapier eine schlechtere Verankerung der Fasern in der Papieroberfläche auf, was letztendlich als Ursache für die Faseraufrauung genannt wurde.


Allgemeine Hinweise

Für den Reklamationsfall

Unbedruckte Papierproben des Auflagenpapiers und evtl. des Vergleichspapiers sicherstellen (10 Blatt DIN A4).

Reklamierte Muster sicherstellen.

Produktionsdaten protokollieren.


Ergänzende Literatur

TAYLOR, J. E.:
Heatset Offset Ink/Paper Compatibility Considerations.
In: Professional Printer, JG. 42, Nr. 3, 1998, S. 11 - 15, Englisch

TAYLOR, J. E.:
Development Considerations of Light Weight Coated Papers for modern web offset printing.
In: Ink Print int., JG. 16, Nr. 1, 1998, S. 10 - 12, Englisch

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