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Folienablösung an den Schneidkanten

Bei Broschuren ist manchmal festzustellen, dass sich die Kaschierfolie des Umschlags von den Schnittkanten her ablöst. Insbesondere wenn der Benutzer beim Halten des Umschlags bewusst oder unbewusst über die Schnittkante streicht, wird die Kaschierfolie in diesem Fall angehoben und einige Zehntel Millimeter weit abgelöst. Die Ablösung kann so durch den Gebrauch weiter fortschreiten, bis sie deutlich als Mangel empfunden wird (Abb. 1).

Abbildungen (von links nach rechts)

Abb. 1: Ablösen der Folie an der Schneidkante.
Abb. 2: Spaltung im Umschlagkarton.
Abb. 3: Spaltung im Umschlagkarton (Teilansicht).
Abb. 4: Schälkraftbereich für Folienkaschierungen auf Umschlagkartons.

    


Mögliche Ursachen

Beim Beschnitt wird der Verbund stark mechanisch belastet und es kann zur Spaltung innerhalb des Kaschierverbundes kommen. Natürlich gilt auch hier, dass immer das „schwächste Glied" versagt, d. h. bei einer schlechten Gefügefestigkeit des Umschlagkartons spaltet der Karton in sich oder der Strich trennt sich vom Gefüge. Dies führt bei Benutzung der Broschur zu unansehnlichen Kanten am Beschnitt (Abb. 2 und Abb. 3). Weiterhin kommt es zu einer Folienablösung, wenn die Verbundfestigkeit zwischen der Kaschierfolie und dem bedruckten Umschlagkarton extrem schlecht ist. Die möglichen Ursachen für eine solche, schlechte Folienhaftung können sein:

1. Eine zu geringe Kohäsion der Druckfarbenschicht.
2. Die Klebstoffauftragemenge zwischen Karton und Folie ist zu gering.
3. Die Hochfrequenz-Trocknung bei der buchbinderischen Weiterverarbeitung war zu hoch eingestellt. Dadurch kann es zu einer verstärkten Wasserdampfbildung zwischen Karton und Folie kommen, wodurch ein Abplatzen der Folie von der Kartonoberseite möglich wird.

Untersuchungen in der Fogra haben gezeigt, dass es drei messtechnische „Bereiche“ für die Schälkraftfestigkeit von Folienkaschierungen gibt:

1. Der „sichere Bereich“ mit Schälkraftwerten über 1,3 N/cm, in dem bezüglich einer Folienablösung an der Schneidkante keine Probleme auftreten.
2. Die „Gefahrenzone“ mit Schälkraftwerten zwischen 0,5 N/cm und 1,3 N/cm, in der mit Folienablösungen gerechnet werden muss.
3. Der Bereich mit Schälkraftwerten unter 0,5 N/cm, in dem sicher Kaschierablösungen auftreten (Abb. 4).


Mögliche Abhilfen

Die Verarbeitungsparameter und die Arbeitsmaterialien müssen so abgestimmt sein, dass keine der genannten Ursachen im weiteren Verlauf der Verarbeitung zu Störungen führen.

Der Schnitt selbst muss zur Verhinderung einer Folienablösung mit möglichst optimalen Parametern erfolgen, d. h. die Anzahl der zu schneidenden Broschuren, der Pressdruck und die Geometrie der Anpressplatte sollten auf das Produkt abgestimmt sein. Die Messer sollten einen ordentlichen Schnitt ohne zu starke Gratbildung ermöglichen.


Beispiele

Für eine Broschurenauflage waren Folienkaschierungen mittels UV-Klebstoff erfolgt. Bei dem Beschnitt wurde festgestellt, dass bei bestimmten Stapelschnitten immer bei den oben liegenden Broschuren eine Delaminierung entlang der Schneidkanten auftrat. Versuche mit verschiedenen Messerwinkeln führten nicht zu dem gewünschten Erfolg. Der Beschnitt der kaschierten Druckbogen zu Einzelnutzen im Planschneider konnte hingegen problemlos durchgeführt werden.

Die Fogra sollte klären, ob die Ursache für die Folienablösung bei der Kaschierung, der Druckfarbe oder bei unzureichenden Schneidparametern beim Dreiseiten-Beschnitt lag.

Schälkraftmessungen an den Kaschierungen zeigten, dass die Delaminierungen nicht im Zusammenhang mit einem Fehler bei der Folienkaschierung standen. Bei einem Teil der Auflage wurde auf den gelben Farbflächen der Broschuren durch einen Folienabzug generell die Druckfarbe gespalten. Auf druckfreien Flächen und auf Vollflächendrucken mit einer anderen Druckfarbe (Rot) stiegen die Schälfestigkeits- bzw. Haftfestigkeitswerte dagegen um nahezu den fünffachen Wert an. Bei den restlichen beanstandeten Titeln wurden generell Haftwerte gemessen, die deutlich im „sicheren Bereich“ lagen um einen Broschurenumschlag schneidfähig zu machen. Durch Schneidversuche auf einer Produktionsanlage konnten diese Aussagen bestätigt werden.

Als Reklamationsursache kam somit eine verminderte Trocknung der Druckfarben im Augenblick der Weiterverarbeitung in der Buchbinderei ebenso in Frage, wie eine unzureichende Pressung entlang der Schneidlinien beim Dreiseiten-Beschnitt.


Allgemeine Hinweise

Für den Reklamationsfall

Beschädigte Muster sicherstellen.

Schneidversuche an Einzelexemplaren mit unterschiedlicher Einstellung des Pressdrucks durchführen.


Ergänzende Literatur

KUEN, Th.; HUNDSDORFER, O.:
Anforderungen an die Glanzfolienkaschierung für Umschläge und Buchdecken.
Wiesbaden/München: Bundesverband Druck und Medien e.V. / Fogra, 1998 (72.002) – Forschungsbericht

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