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Ludwig Zins

Ludwig Zins

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Drucktechnik

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Mottling oder Backtrap-Mottling

Beim Mottling oder Backtrap-Mottling handelt es sich um ungleichmäßigen, wolkigen Ausdruck aufgrund von partiell ungleichmäßigem Penetrations- und Rückspaltverhalten von Papier – insbesondere von gestrichenem Papier. Entsprechend einer im Papier bzw. im Strich vorhandenen Wolkigkeit oder Fleckigkeit penetriert die Druckfarbe partiell ungleichmäßig. Auf den Drucktüchern der Folgedruckwerke im 4-farbigen Bogenoffsetdruck bzw. auf den Gegendruckzylindern im Bogenoffsetdruck mit Bogenwendeeinrichtung wird dann das frisch gedruckte Druckergebnis rückgespalten. Ist die Druckfarbenpenetration in starkem Maße ungleichmäßig, dann wird dies nach dem Rückspaltvorgang dementsprechend als ungleichmäßige Druckwiedergabe sichtbar (Abb. 1). Das Mottling tritt aufgrund der Zeitintervalle zwischen den Druckwerken vermehrt im Bogenoffset auf. Im Rollenoffset sind die Zeitintervalle zwischen Druck und Rückspalten im Folgedruckwerk zu kurz, als dass sich ein Mottling entwickeln kann.

Abbildungen (von links nach rechts)

Abb. 1: Mottling bei einem 4-farbigen Druck.
Abb. 2: Ungleichmäßiger Ausdruck einer Volltonfläche wegen Mottling.
Abb. 3: Beanstandeter Auflagendruck.
Abb. 4: Vergleichsdruck - nicht beanstandet.
Abb. 5: REM-Aufnahme des beanstandeten Auflagenpapiers.
Abb. 6: REM-Aufnahme des Vergleichspapiers.

      


Mögliche Ursachen

Beim Aufbringen der Streichmasse auf das Rohpapier werden vorhandene Dickenunterschiede vorerst kompensiert. Beim Kalandriervorgang wird aber die Strichschicht entsprechend der Dickenunterschiede im Papier unterschiedlich stark komprimiert, woraus ein partiell unterschiedliches Saug- bzw. Penetrationsverhalten des Papiers gegenüber Druckfarbe resultiert. Dieses partiell unterschiedliche Penetrationsverhalten hat – wie oben bereits beschrieben – unterschiedliches Rückspaltverhalten der frisch gedruckten Druckfarbe zur Folge, was ein ungleichmäßiges Aussehen von Vollton- und Rasterflächen bewirkt (Abb. 2).

Sind die Ursachen des wolkigen Ausdrucks nicht auf Mottling zurückzuführen, können die in den Kapiteln „Wolkigkeit“, „Strichaufbauen“ oder „Abstoßen der Druckfarbe“ genannten papierbedingten Erscheinungen als Ursache infrage kommen. Es gelten dann auch die dementsprechenden Abhilfemaßnahmen.

Weiterhin können im nicht-papierbedingten Fall die gleichen drucktechnischen Ursachen wie beim Kapitel „Wolkigkeit“ genannt werden. Diese sind:

- Fehlerhafte Zurichtung oder Spannung des Drucktuchs
- Benetzungsstörungen des Drucktuchs
- Zu geringe Druckbeistellung
- Schlieren im Filmkleber bei konventioneller Bogenmontage
- Fehler bei der konventionellen Druckplattenbelichtung
- Falsche Rasterwinkelung der Reprofilme und daraus resultierende Moirébildung


Mögliche Abhilfen

Liegt bei gestrichenen Sorten eine partiell ungleichmäßige Struktur vor, die zu Mottling führt, kann durch Einsatz einer langsam wegschlagenden Druckfarbe dieser Effekt verhindert oder verringert werden. Durch die langsam wegschlagende Druckfarbe kommt das unterschiedliche Penetrationsverhalten des Papiers im Kurzzeitbereich des Druckvorganges nicht zur Geltung; das Rückspalten erfolgt dementsprechend gleichmäßiger. Durch Zugabe von Öl oder Paste in die Druckfarbe kann das Wegschlagverhalten ebenfalls beeinflusst werden. Bei diesen Maßnahmen muss allerdings gewährleistet sein, dass das Wegschlagverhalten der Druckfarbe nicht zu langsam wird, da ansonsten Ablegeerscheinungen im Auslagestapel und/oder Trocknungsverzögerungen auftreten können.Durch den Einsatz von Gegendruckzylindern mit einer speziellen, farbabweisenden Beschichtung (meist Silikon) kann das Rückspalten im Bogenoffsetdruck reduziert werden.

Sind diese Maßnahmen ohne Erfolg, bleibt nur der Wechsel auf eine andere Papiersorte.

Bei drucktechnischen Ursachen gelten die gleichen Abhilfemaßnahmen wie unter dem Kapitel „Wolkigkeit“ aufgelistet. Diese sind:

- Aufzugsstärke des Drucktuchs kontrollieren.
- Zurichtung des Drucktuchs kontrollieren.
- Gleichmäßigkeit der Benetzung des Drucktuchs kontrollieren.
- Druckplatten bzw. Filme bezüglich Schlierenbildung kontrollieren.
- Rasterwinkelung der Reprofilme kontrollieren.


Beispiele

Mottling beim Druck auf halbmattes Papier:

Ein Autoprospekt wurde auf einer 10-Farben-Bogenoffsetmaschine im Schön- und Widerdruck mit Bogenwendung gedruckt. Bedruckstoff: Halbmattes Papier, 135 g/m2. Das Drucksujet bestand überwiegend aus großformatigen Bildern mit Rasterverläufen in empfindlichen Grautönen. Die Motive des Widerdrucks ließen keine Beanstandung erkennen, die Motive des Schöndrucks – also die Bogenseite, die nach dem Wendevorgang noch 4 Mal auf den Gegendruckzylindern im Widerdruck zurückgespalten wurde – zeigten dagegen störende Mottling-Erscheinungen in den Rasterverläufen (Abb. 3).

Durch drucktechnische Eingriffe und durch Änderung der Druckfarbe konnte das Mottling nicht vermieden werden. Letztendlich brachte nur der Papierwechsel ein zufriedenstellendes Druckergebnis (Abb. 4). Das Erstellen von Aufnahmen mit dem Raster-Elektronenmikroskop in der FOGRA zeigte eindeutig, dass das beanstandete Auflagenpapier eine partielle Ungleichmäßigkeit aufwies, die zu den Mottling-Erscheinungen führte (Abb. 5). An den dunklen Stellen im Bild wird deutlich, dass an diesen Stellen der Strich stärker komprimiert wurde als an den benachbarten helleren Stellen. Dies hatte eine ungleichmäßige Druckfarbenpenetration und dementsprechend ungleichmäßiges Rückspalten der Druckfarbe zur Folge. Das Vergleichspapier, das ohne Beanstandungen bedruckt werden konnte, zeigte dagegen eine gleichmäßige Oberfläche (Abb. 6).


Allgemeine Hinweise

Für den Reklamationsfall

20 Blatt des unbedruckten Auflagenpapiers (DIN A4) und evtl. des Vergleichspapiers sicherstellen.

Drucktechnische Angaben ermitteln (Farbreihenfolge, Druckfarben, Feuchtmittel).

Reklamierte Muster sicherstellen.


Ergänzende Literatur

FALTER, K.-A.; SCHMITT, U.:
Ermittlung des wolkigen Ausdrucks von Vollton- und Rasterflächen im Offsetdruck.
München: Fogra, 1986 (3.244) - Forschungsbericht

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