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Negativaufbauen

Unter Negativaufbauen versteht man ein flächiges Aufbauen von Pigmenten aus der Druckfarbe und Bestandteilen aus dem Papier in bildfreien Zonen auf dem Drucktuch (Abb. 1). Das Aufbauen kann sich bis zur Reliefbildung ausdehnen und führt dadurch zu häufigem Drucktuchreinigen bzw. im Extremfall zum Drucktuchwechsel (Abb. 2, Abb. 3 und Abb. 4). Im Druckbild macht sich das Negativaufbauen in einem teilweise oder ganzflächig gestörten Druckausfall bemerkbar. Das Negativaufbauen tritt überwiegend im Rollenoffset auf.

Abbildungen (von links nach rechts)

Abb. 1: Negativaufbauen (Aufbauen an nichtdruckenden Stellen) am Drucktuch.
Abb. 2: Vergrößerter Ausschnitt von Negativaufbauen auf dem Drucktuch.
Abb. 3: Negativaufbauen auf einem Drucktuch.
Abb. 4: Vergrößerter Ausschnitt von Negativaufbauen auf dem Drucktuch.
Abb. 5: Bewusst erzeugtes Negativaufbauen auf einer Versuchsdruckmaschine.
Abb. 6: Prinzipsskizze eines Druckwerks mit neuralgischen Punkten hinsichtlich des Negativaufbauens.

      


Mögliche Ursachen

Die Angaben über mögliche Ursachen des Negativaufbauens gehen bei Expertenbefragungen z. T. weit auseinander und beziehen sich in ihrer Gesamtheit auf alle am Druckprozess beteiligten Parameter.

Die Fogra untersuchte im Rahmen eines Forschungsvorhabens die möglichen Einflussfaktoren für Negativaufbauen im Rollenoffset. Dabei haben die Untersuchungen gezeigt, dass die Haupteinflüsse für diesen Fehler in erster Linie in der Wechselwirkung Druckfarbe-Feuchtmittel zu sehen sind.

Nachfolgend einige mögliche Einflussfaktoren:

- Feuchtmittel/Farbe-Kombination.
- Feuchtmittel.
- Feuchtmittelaufnahme der Druckfarben
  (Je mehr Feuchtmittel die Druckfarbe aufnehmen kann, desto geringer ist das Negativaufbauen.).
- Feuchtmittelführung
  (Je höher die Feuchtmittelführung, desto geringer ist das Negativaufbauen.).
- Temperatur- bzw. Klimaverhältnisse in den Druckwerken.
- Feuchtmittel-Speicherkapazität der Druckplattenoberfläche
  (Je höher die Speicherkapazität, desto geringer ist das Negativaufbauen.).
- Feuchtmittelverteilung in der Druckfarbe über die Druckbreite
  (Je besser die Feuchtmittelverteilung in der Druckfarbe über die Druckbreite, desto geringer ist das Negativaufbauen.).
- Einstellung des Farbwerks.


Mögliche Abhilfen

Die Abhilfemaßnahmen ergeben sich aus den verschiedenen möglichen Ursachen.


Beispiele

Im Rahmen des oben erwähnten Forschungsvorhabens wurden Druckversuche auf einer Versuchsdruckmaschine durchgeführt. Dabei gelang es, das Negativaufbauen auf der Versuchsdruckmaschine nachzustellen. An der bauartbedingten offenen Seite konnte auch bei wechselnden Materialkombinationen (Papier, Druckfarbe und Feuchtmittel) verstärktes Negativaufbauen festgestellt werden (Abb. 5). Bei weiteren Versuchen wurde mit Hilfe einer Blasluftvorrichtung Luft an verschiedenen Stellen auf das Drucktuch und auf die Druckplatte aufgebracht, um diese Beobachtung zu bestätigen. An diesen Stellen verstärkte sich der Negativaufbau sofort. Blies man die Luft auf das Drucktuch, konnte man den Aufbau mit den Fingern abrubbeln. Wurde die Luft aber auf die Druckplatte aufgebracht, entstand ein klebriger Druckfarbenfilm auf dem Drucktuch.

Drei Punkte sind zur Entstehung dieses Effektes wichtig (siehe Abb. 6):

1. Druckplatte (Pos. 1)
2. Die Kontaktzone Druckplatte / Drucktuch (Pos. 2)
3. Die Kontaktzone Drucktuch / Papierbahn (Pos. 3)

Folgende Reaktionen geschehen an diesen drei Punkten:

Zwischen Pos. 1 und Pos. 2:
Verringerung der Feuchtmittelschicht durch Verdunstung. Beim Kontakt von Drucktuch und Druckplatte fungiert das Feuchtmittel als Trennschicht. Gelöste Farbpartikel werden dabei über das Feuchtmittel auf das Drucktuch übertragen und verbleiben aber auch zum Teil auf der Druckplatte.

Bei Pos. 2:
Ist hier die Feuchtmittelmenge zu gering, setzen sich Farbbestandteile auf dem Drucktuch ab.

Zwischen Pos. 2 und Pos. 3:
Verringerung der Feuchtmittelschicht durch Verdunstung. Ist die Feuchtmittelmenge zu gering, verfestigen sich die Farbpartikel auf dem Drucktuch.

Bei Pos. 3:
Sind die hier noch gelösten Druckfarbenpartikel im Feuchtmittel eingebettet, werden sie bei ausreichend hoher Feuchtmittelschichtdicke auf die Papierbahn übertragen. Wird die Feuchtmittelmenge durch saugendes Papier verringert, können die Farbpartikel nicht vom Drucktuch entfernt werden und setzen sich als sichtbarer Negativaufbau auf dem Drucktuch fest.

Wirkmechanismus:
Auf dem Drucktuch befindet sich eine Feuchtmittelschicht mit gelösten Farbpartikeln. Erhöht man die Feuchtmittelführung, verringert sich der Negativaufbau, da die gelösten Partikel mit dem Feuchtmittel über das Papier abtransportiert werden und sich nicht auf dem Drucktuch absetzen können. Der Aufbau verringert sich auch, wenn sich weniger gelöste Farbpartikel in der Feuchtmittelschicht befinden. Die Menge der gelösten Partikel hängt unter anderem von der Farbschichtdicke, der Einstellung der Farb-/Feuchtauftragswalzen und dem Emulgierverhalten der Druckfarbe ab. Eine Farb-Feuchtmittel-Kombination, die viel Feuchtmittel aufnehmen und gleichmäßig verteilen kann, wirkt somit dem Negativaufbau entgegen.


Allgemeine Hinweise

Für den Reklamationsfall

Druckausfallmuster sicherstellen.

Unbedruckte Papiermuster und evtl. Vergleichsmuster sicherstellen (ca. 20 Blatt DIN A4). An diesen Mustern können im Labor vergleichende Bedruckbarkeitsprüfungen vorgenommen werden.

Druckfarbenproben (aus dem Farbkasten) sicherstellen.

Feuchtmittelproben (1 Liter) sicherstellen.

Tesafilmabzug vom Drucktuch oder Abkratzen der Schicht.

Drucktücher (oder Teile davon) sicherstellen.

Produktionsdaten protokollieren.


Ergänzende Literatur

LOIBL, D.; PÖLLER, M.; BETZLER, F.; BÖHM, M.:
Negativaufbauen im Rollenoffsetverfahren.
München: Fogra, 2001, (32.123) - Forschungsbericht

PANTEL, G.:
Negativaufbauen - ein ungelöstes Problem.
In: Fogra-Aktuell (1997), Nr. 26, S. 1 - 2

PANTEL, G.:
Spurensuche. Fogra-Gutachten – Negativaufbauproblem.
In: Druckwelt (1997) Nr. 5, S. 72 - 73

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