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Ludwig Zins

Ludwig Zins

Abteilung
Drucktechnik

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zins
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Stauben des Papiers

Unter Stauben versteht man das Ablösen von ungebundenen bzw. schlecht gebundenen Fasern und Füllstoffpartikeln von der Papieroberfläche, die sich auf dem Drucktuch und Druckform ablagern. Dieser nur bei Naturpapieren auftretende Fehler macht sich in einem gestörten Druckausfall bemerkbar (Abb. 1 und Abb. 2). Häufige, verkürzte Waschintervalle in der Druckmaschine sind die Folge.

Abbildungen (von links nach rechts)

Abb. 1: Druckbildausfall aufgrund von Staubablagerung auf im Drucktuch.
Abb. 2: Ein zum Stauben neigender Druckbogen.
Abb. 3: Unterschiedlich starkes Nassstauben bei verschiedenen Papierqualitäten.
Abb. 4: Trockenstaubprüfgerät.
Abb. 5: Staubpräparate verschiedener Papierqualitäten.

     


Mögliche Ursachen

Bei schlechter Bindung der Fasern in der Papieroberfläche – bedingt durch ungenügende Masse oder Oberflächenleimung – kann ein Stauben des Papiers auftreten. Eine zu hohe Temperatur der ersten Trockenzylinder in der Papiermaschine machen die Fasern spröde und es wird dadurch ein Stauben des Papiers begünstigt. Füllstoffhaltige Papiere neigen bei ungenügender Masse- bzw. Oberflächenleimung zum Pigmentstauben. Schnittstaub entsteht durch stumpfe oder falsch eingestellte Messer beim Längs- oder Querschnitt im Querschneider, beim Schneiden der Bogen auf einem Planschneider oder beim Schneiden von Rollen mit stumpfen Rotationsmessern.

Nicht papierbedingte Ursachen können Ablagerungen auf dem Drucktuch der Offsetmaschine von eingetrockneter Druckfarbe, Fasern der Feuchtwalzenbezüge oder von Putzlappen und Druckbestäubungspuder sein.


Mögliche Abhilfen

Bei Verunreinigungen des Drucktuches und dadurch bedingter Beeinträchtigung der Druckqualität muss zuerst geprüft werden, welcher Art die Ablagerungen sind.

Wird eine Butzenbildung durch Ablagerung von eingetrockneten Farbteilchen festgestellt, so wird in den meisten Fällen nur eine sorgfältige Reinigung der betroffenen Maschinenteile und ein Auswechseln der Farbe Abhilfe schaffen.

Zeigt sich die Ablagerung von Faser- und Füllstoffteilchen vornehmlich am Rande des Druckformats, so kann man auf Schnittstaub schließen. Man kann versuchen, die Schnittflächen der Stapel mit einem glyceringetränkten Lappen abzuwischen, um so den Kantenstaub zu entfernen. Auf keinen Fall sollte man die Schnittflächen abbürsten, dabei würde zusätzlicher Staub entstehen.

Verschiedentlich wurden Versuche unternommen, in Druckmaschinen Absaugvorrichtungen anzubringen, um eventuell anfallenden Staub zu entfernen. Diese Verfahren konnten sich jedoch bis jetzt nicht durchsetzen. Wird eine Neigung zum Stauben des Papiers festgestellt, so kann lediglich durch einen Leerlauf vor dem eigentlichen Druckgang – mit Druckspannung, aber ohne Wasserführung – Abhilfe geschaffen werden.


Beispiele

Bestimmung der Nassstaubneigung

Im Labor sollte durch Nassstaubtests geprüft werden, ob die aufgetretenen vermehrten Waschintervalle während einer Zeitungsproduktion auf papierbedingte Ursachen zurückzuführen sind.
Die Bestimmung der Nassstaubneigung erfolgte nach der GFL-Methode unter Verwendung des GFL-Nassstaubtestgeräts. Das heißt, Papiere, die bei einem solchen Test ungünstige Ergebnisse liefern, führen überwiegend auch im Praxisdruck zu erhöhten Waschintervallen aufgrund von papierbedingten Ablagerungen auf den Drucktüchern (siehe auch Linting).
Pro zu prüfender Papiersorte und -seite werden dabei 200 Blatt DIN A 4 einseitig mittels einer mikrogekörnten Stahlwalze befeuchtet. Werden durch diesen Vorgang Partikel aus dem Papier herausgelöst bzw. herausgewaschen, so sammeln sich diese im Flüssigkeitsbehälter des Prüfgerätes. Nach dem Testdurchlauf, also nach dem Durchlauf von 200 Blatt, werden der Inhalt des Flüssigkeitsbehälters durch ein schwarzes Filterpapier filtriert und eventuell aus dem Papier gelöste Partikel aufgesammelt. Nach der Trocknung des Filters, wird die Nassstaubneigung messtechnisch oder auch visuell ausgewertet (Abb. 3).

Die Bestimmung der Trockenstaubneigung

Die Neigung eines Papiers zum Trockenstauben kann man mit Hilfe des Fogra-Trockenstaubprüfgeräts (Abb. 4) erfassen.
Pro zu prüfender Papiersorte und -seite wird die Oberfläche von 10 Blatt im Format DIN A 3 ganzflächig berührungslos im Trockenstaubprüfgerät abgesaugt. Lösen sich durch den Absaugvorgang lose aufliegende bzw. schlecht gebundene Partikel von der Papieroberfläche, so werden diese auf einem schwarzen Filterpapier gesammelt. Das Filter wird nach dem Versuchsablauf visuell bzw. messtechnisch mittels Kontrastmessung ausgewertet. In Abb. 5 sind Staubpräparate verschiedener Papierqualitäten dargestellt.


Allgemeine Hinweise

Für den Reklamationsfall

Unbedruckte Muster und Vergleichsmuster sicherstellen. Für Trockenstauben 10 Blatt DIN A3 pro Seite. Für Nassstauben 200 Blatt DIN A4 pro Seite.

Tesa-Abzüge der Ablagerungen auf dem Drucktuch anfertigen.

Vor Ort die Kantenstaubneigung mit einem schwarzen Samttuch prüfen.

Produktionsdaten protokollieren.


Ergänzende Literatur

KIRMEIER, M.:
Einflüsse auf das Nassstauben (Linting).
In: Fogra-Mitteilungen, 49 (2000), Nr. 159, S. 38-47

MANGIN, P.J.:
Kritischer Überblick über den Einfluss von Druckparametern auf die Staubneigung von Papier.
In: Das Papier, 46 (1992), Nr. 2, S. L6

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