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Wolkigkeit bzw. Struktur im Bedruckstoff

Unter diesem Fehler werden alle Fehlererscheinungen mit wolkigem Ausdruck, die im Zusammenhang mit einer vorhandenen Struktur im Bedruckstoff stehen, zusammengefasst. Je nach Erscheinungsbild der Wolkigkeit können auch die Begriffe „grießiger Ausdruck“, „speckiger Ausdruck“, „fleckiger Ausdruck“, „streifiger Ausdruck“ genannt werden. Analog der im Bedruckstoff vorhandenen Struktur penetriert die Druckfarbe während und nach dem Druckvorgang ungleichmäßig, was zu einem ungleichmäßigen Erscheinungsbild des Drucks führt. Dies macht sich in erster Linie in Vollton- und Rasterflächen bemerkbar. Sehr kritisch sind auch Hauttöne und Rasterverläufe zu sehen. Die Fehlererscheinung „wolkiger Ausdruck“ zählt zu den variantenreichsten Problemen im Offsetdruck und wirkt je nach Motiv stark verkaufsmindernd (Abb. 1).

Abbildungen (von links nach rechts)

Abb. 1: Wolkiger Ausdruck aufgrund einer Saugwalzenmarkierung im Papier.
Abb. 2: Gesamtansicht des beanstandeten Druckbogens.
Abb. 3: Erkennbare systematische Struktur im Auflagendruck.
Abb. 4: Aufnahme vom Wischtest des Auflagenpapiers mit Saugwalzenmarkierung.

    


Mögliche Ursachen

Papierbedingte Ursachen:

Papiere mit einer stark wolkigen Formation oder mit einer vorhandenen, störenden Struktur (Saugwalzenmarkierung, Siebstruktur, Prägemarkierungen) sind in erster Linie als Ursache für wolkigen Ausdruck zu nennen. Entsprechend der Formation bzw. der Struktur schlägt die Druckfarbe ungleichmäßig weg, was ein wolkiges Erscheinungsbild zur Folge haben kann. Dies trifft sowohl für ungestrichene Papiere als auch für gestrichene Papiere zu. Bei gestrichenen Papieren wird der Strich beim Kalandriervorgang entsprechend der partiellen Dickenunterschiede im Streichrohpapier unterschiedlich stark komprimiert. Daraus resultiert ein partiell unterschiedliches Wegschlagverhalten und dementsprechend ungleichmäßiger Ausdruck. Kommen bei gestrichenen Papieren die o. g. Ursachen für den wolkigen Ausdruck nicht infrage, können die unter den Kapiteln: „Mottling“, „Strichaufbauen“ oder „Abstoßen der Druckfarbe“ genannten papierbedingten Ursachen vorliegen. Es gelten dann auch die entsprechenden Abhilfemaßnahmen.

Drucktechnische Ursachen:

Drucktechnische Ursachen können eine fehlerhafte Zurichtung oder fehlerhafte Spannung des Drucktuches sein. Seltener treten Benetzungsstörungen des Drucktuches auf, die zu wolkigem Ausdruck führen können. Zu geringe Druckbeistellung kann in gewissem Maße wolkigen Ausdruck hervorrufen.

Schlieren im Filmkleber bei konventioneller Bogenmontage oder Fehler bei der konventionellen Druckplattenbelichtung können ebenfalls als Ursache für wolkigen Ausdruck genannt werden. In diesen Fällen bleibt die Wolkigkeit von Bogen zu Bogen im Erscheinungsbild entsprechend der Vorlagen gleich.

Wenn die Reprofilme der Einzelfarben nicht mit den empfohlenen Rasterwinkelungen hergestellt werden, kann es zu einem sog. Moiré kommen, das ebenfalls ein ungleichmäßiges Aussehen von gerasterten Flächen zur Folge hat.


Mögliche Abhilfen

Bei papierbedingten Problemen:

Um das Druckpapier als Ursache eingrenzen zu können, muss verglichen werden, ob das Erscheinungsbild des wolkigen Ausdrucks mit der Papierstruktur korreliert. Dies kann im Durchlicht bzw. bei Betrachtung der Papieroberfläche unter UV-Licht geschehen. Durch einen einfachen Wischtest lässt sich das Absorptionsverhalten der Druckfarbe auf dem fraglichen Papier sichtbar machen. Dies ist letztendlich der Beweis für eine papierbedingte Ursache. Bei rein papierbedingtem wolkigen Ausdruck bleibt dann als Problemlösung nur der Wechsel auf eine alternative Papiersorte.

Bei drucktechnischen Problemen: Kontrolle der:
- Aufzugsstärke des Drucktuchs.
- Zurichtung des Drucktuchs.
- Gleichmäßigkeit der Benetzung des Drucktuchs.
- Druckplatten bzw. Filme bezüglich Schlierenbildung.
- Rasterwinkelung der Reprofilme kontrollieren.


Beispiele

Ungleichmäßiger Ausdruck bei einseitig geprägtem Karton:

Für eine Verpackung wurde ein ungestrichener, einseitig mit Leinenstruktur geprägter Karton eingesetzt. Bereits nach dem Druck von drei Bogen zeigte sich dabei eine stark ungleichmäßige Druckwiedergabe, ein deutlich erkennbares Muster, das über die gesamte Fläche des Druckbogens in diagonaler Richtung verlief (Abb. 2). Nach Informationen aus der Druckerei war dies trotz intensiver Druckbeistellung und höherer Farbgebung nicht zu vermeiden. Bei Laborprüfungen ließ der beanstandete Karton in der Durchsicht eine normal wolkige Formation erkennen. Das beschriebene diagonal verlaufende Muster wurde dabei nicht festgestellt. Bei der Saugfähigkeitsprüfung konnte der Effekt jedoch reproduziert werden. Die Testfläche machte - wie beim Auflagendruck beobachtet - ein partiell ungleichmäßiges Saugverhalten deutlich. Die Reklamation wurde vom Kartonhersteller anerkannt, der für die Ursache folgende Erklärung abgab: Die Kartonbahn wird beim Prägevorgang zwischen zwei Walzen unter hohem Druck geführt. Eine Walze ist mit einem Gewebe überzogen, die die Prägung (eine sog. Wildprägung) erzeugt. Bei der Gegenwalze handelt es sich um einen glatten Stahlzylinder. Bei der Produktion dieses Kartons hatte sich das auf der Prägewalze fixierte Gewebe gelöst und führte zu einer diagonalen Verdrehung. Entsprechend dieser Verdrehung wurde der Karton mit einer diagonalen Struktur geprägt. Diese Struktur wurde letztendlich im Druck wieder sichtbar und somit beanstandet.

Ungleichmäßiges Druckbild beim Druck auf ungestrichenem Papier:

Für den Innenteil einer Broschur wurde ein ungestrichenes, holzfreies Papier verwendet. Das Sujet bestand aus Text, kleinen Vierfarb-Abbildungen und großen blau-violetten Rasterflächen. Der Kunde beanstandete die gesamte Auflage wegen einer unzureichenden Wiedergabe der Rasterflächen, die vor allem auf einer Seite deutlich wurde (Abb. 3). Die Art der Beanstandung wurde vom Kunden als „Moiré“ bezeichnet. Eine reprotechnische Überprüfung der Filme ergab jedoch, dass diese mit der richtigen Rasterwinkelung produziert wurden und daher eine Moirébildung als Ursache auszuschließen ist. Bei der Untersuchung der Saugfähigkeit des Auflagenpapiers mit dem sog. Wischtest zeigte sich sehr deutlich eine Struktur auf der Testfläche, die mit der Struktur des Auflagendrucks übereinstimmte (Abb. 4). Mit diesem Test wurde also deutlich, dass die Ursache des beanstandeten Druckausfalls eindeutig mit einem ungünstigen Saugverhalten des Papiers in Verbindung zu bringen ist. Bei der Struktur im Papier handelte es sich nach Angaben des Papierherstellers um eine Saugwalzenmarkierung.


Allgemeine Hinweise

Für den Reklamationsfall

20 Blatt des unbedruckten Auflagenpapiers (DIN A4) und evtl. des Vergleichspapiers sicherstellen.

Drucktechnische Angaben ermitteln (Farbreihenfolge, Druckfarben, Feuchtmittel...).

Reklamierte Muster sicherstellen.


Ergänzende Literatur

FALTER, K.-A.; SCHMITT, U.:
Ermittlung des wolkigen Ausdrucks von Vollton- und Rasterflächen im Offsetdruck.
München: Fogra, 1986 (3.244) - Forschungsbericht

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